Das Projekt - das erste Tropenterrarium für einen Baumpython

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    • Das Projekt - das erste Tropenterrarium für einen Baumpython

      Hallo,
      ich gehe mal von meinem "Frage - Antwort" Thema jetzt zum Beschreiben über.

      Also, schon vor einigen Wochen kam das Terrarium - und danach kam die nötige Ausrüstung. Wir zählen mal kurz auf, was wir besorgt haben - und man kann rasch erkennen, daß passt kaum in eine große Kiste.

      • Hochterrarium, 80 x 60 x 100 cm - HDF Plattenbausatz
      • Unterschrank, Spanplatte
      • Unterlage, Schaumgummi
      • Beleuchtung 2 x T8 Röhrenhalter
      • Dohse Hobby BioTherm Pro
      • Thermo / Hygrometer Digital
      • Reflektoren für die Röhren
      • Sylvania T8 Röhren 18 Watt Lichtfarbe 865
      • Dose flüssige Teichfolie, Lebensmittelecht
      • große Kartusche Aquariensilikon
      • 3 Liegeäste
      • 2 Kletteräste
      • Dragon Deluxe Wärmematte
      • Aluminium Wärmemattenauflage
      • Nachtlicht mit blauen LED
      • Heka Heizpanel in 30 x 40 cm Größe
      • 1 Steckdosendimmer
      • 5 Platten Schwarzkork
      • 1 Efeutute
      • 1 Vanilla floridiana
      • 1 Murrya paniculata
      • 1 Ochidium Mini
      • 1 Phalaenopsis mini
      • 1 Ficus pumila


      Wir haben nicht aufgezählt die kleinen Werkzeuge, wie Cutter, Pinsel, Nägel,Schrauben, Haken, Kabelschellen, etc. was man eben so braucht.
      Folgender Plan:

      Terrariumplatten mit Teichfolie streichen, dann Zusammenbau des Beckens ohne Deckel. Montage der Schwarzkorkplatten, Montage der Elektrik an den Deckel, Verkleben der Fugen mit Silikon, Aufbringen des Deckels, Verkleben des Deckels mit Silikon, Einbringen der Pflanzen, Montage der Liegeäste und der Kletteräste mit Hilfe V-förmiger Auflager
      In Betriebnahme Heizungen, Einbringen Bodengrund - manuelles Befeuchten
      Einfahren des Beckens - tägliche Kontrolle der Werte
      Es gibt 1000 verschiedene Meinungen, welche ist richtig?
    • So, die ersten Arbeiten sind gemacht.

      Orchideen wurden geteilt, vom Substrat befreit und dann auf Kork aufgebunden, da diese die Seitenwände hängend zieren sollen. Orchideen brauchen nicht zwingend ein Substrat, sondern sind als Epiphyten (Baumaufsitzer) durchaus in der Lage, nur von Luftfeuchte, Regen und einigen Rotteprodukten der Rinde zu leben. Wir werden die Orchideen immer mal wieder abhängen und dann in Nährlösung tauchen, so daß diese keinen Mangel leiden.

      Desweiteren sind die Platten angeklebt worden, dann wurden diese mit Teichfolie bestrichen. Aktuell ist die dritte Schicht aufgetragen - das muss jetzt mindestens 24 Stunden durchtrocknen.
      Dann komt die Klebefolie runter, und dann kommt der Zusammenbau
      Bilder
      • Orchideen.JPG

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      • Oncidium.JPG

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      • Paintjob.JPG

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      • Teichfolie.JPG

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    • So, und jetzt ist der schwarze Anstrich trocken und man kann zusammen bauen.

      Da das Becken aus HFD Platten besteht, ist Feuchtigkeit nicht soo das problem, trotzdem verwenden wir Wasserfesten Leim an den Stößen und werden zudem die Stoßkanten innen mit Aquariensilikon versiegeln.
      Geht alles gut, werden die ersten Nähte heute Abend schon versiegelt...

      Steht das Becken, geht es nach Trocknen des Silikon mit dem Schwarzkork weiter... ich habe den Staubsauger schon mal bereit gestellt ;)
      Bilder
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    • Danke, ja... viel Arbeit *uffz*

      Doch es ist geschafft. Jedenfalls soweit, daß heute Abend - und zwar gerade eben - der Bodengrund eingebracht wird.
      Dohse Biotherm Pro ist eingeschaltet, die Bodengrundheizung ist mit 26° C definiert, das Heizpanel mit 32° C. Gedrosselt habe ich das Heizpanel auf etwas mehr wie Handwarm, sprich es ist am Handrücken unangenehm, aber nicht kritisch.

      Wenn dann genug Feuchte im Terrarium ist, wird erst einmal zugeschoben, Pflanzen rein und dann lassen wir es laufen. Sprühen und Lüften versteht sich, täglich.
      Bilder
      • Unordnung.jpg

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    • So... hier nun ein paar Bilder... keine Detailaufnahmen, denn für so einigen Pfusch schäme ich mich.
      Der Schlange wird es Wurscht sein, aber MIR nicht --- :S

      Also, man sieht das zusammen gesetzte Becken, noch ohne Deckel. Es folgen die Korkarbeiten am Deckel und das montieren des Heizpanels.
      Dazu muss man anmerken, daß das Heizpanel mit Messingschrauben befestigt ist, diese werden durch den Kork mit Messinghülsen geführt, so daß ein Abstand zum Kork mit rund 1 cm hergestellt und dank der Hülsen gesichert ist. Die Hutmuttern sind benutzt worden, damit es keine direkten scharfen Kanten gibt, und zudem es im Gegensatz zu Edelstahl einfach besser aussieht 8) Und logisch, es läßt sich auch noch einfacher verarbeiten.
      Das Loch im Deckel ist die Kabeldurchführung, die Vorschaltgeräte liegen ausserhalb, meine Frau hat sich doch zu der T8 Lösung mit IP67 durchgesetzt und war nicht mit einer einfachen Lösung (Unterbauleuchte) zufrieden. :(
      Egal.
      Man sieht es dann aufgestellt und eine Nahaufnahme des oberen Fühlers. Dieser ist mit einer grünen Schutzhülle umgeben, damit der Fühler gerade und auf Position bleibt.
      Der untere Fühler ist ebenfalls befestigt und wird durch die grüne Schutzhülle aus Kunststoff in Position gehalten.

      Das letzte Bild dann die Einrichtung, jetzt muss alles nur wachsen.
      Bilder
      • Zusammengebau.jpg

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      • Korkarbeiten.JPG

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      • Heatpanel.JPG

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      • Technikdeckel.JPG

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      • Aufgestellt.jpg

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      • Fuehler.jpg

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      • Eingerichtet.jpg

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    • Hallo, das Becken sieht schon mal gut aus. Bitte tu aber mehr Äste rein, die drei sind ein bißchen wenig, eher oben noch ein oder zwei Stück, ruhig auch in einer anderen Stärke.

      Von deinen Pflanzen auf dem Boden wird nicht viel bleiben, außer der Efeutute. Bitte organisier noch etwas größeres, hinter dem sich dein Chondro verstecken kann, wenn er oben liegt. Schaue dir mal so eine hochgebundene Efeutute oder eine Monstera an.

      Viel Spaß beim Einrichten!
    • Die Pflanzen sind sehr niedrig und eingentlich zu klein für das Becken - zumindest wenn du sie auf dem Boden lassen willst. Das einige im Terrarium besser gedeihen als andere ist eine Erfahrung von mir. Efeutute ist nicht tot zu kriegen, bei den anderen kann das falsche Licht, die falsche Feuchtigkeit, das falsche Microklima schnell dazu führen, das sie unansehnlich werden oder eingehen.

      Probier es einfach aus ;)
    • Hallo gonyos,
      natürlich kommen noch Äste rein, von 8 bestellt waren leider nur 3 Stück gekommen, so daß senkrechte Äste fehlen.
      Man sieht auf den Bildern auch nicht die Hängeösen in der "Technikdecke", wo dann ggf. weitere Pflanzen montiert werden, aber auch Möglichkeit ist, Kunstpflanzen anzubringen.

      Das mit den Pflanzen, da kann ich Dich beruhigen.
      Wir haben extra 2 Tageslichtröhren verbaut. Deren Spektrum versorgt ja nicht nur Aquarienpflanzen mit hohem Lichtbedarf optimal, nein, auch ist deren Spektrum der in den meisten Büchern zur Botanik dargestellten Photosynthesekurve relativ nahe. Sprich die 3 Farbpeaks im Rot Grün und Blau Bereich liegen, bis auf den Grünen, so, daß die Pflanze hier mühelos mit den Chromoplasten und Chloroplasten Energie gewinnen kann.
      Dabei reichen die 12 Stunden äquatorialer Beleuchtung auch mit Kunstlicht völlig aus.

      Die meisten Pflanzen halten in Terrarien nicht durch, weil der Terrarienbesitzer meistens einen Tierdaumen, aber keinen grünen Daumen hat - weshalb z.B. aufwendige Paludarien doch recht selten sind ;) Denn letztendlich denken viele, daß z.B. Dünger giftig ist, oder haben schlicht auch die Pflanzen nur ausgewählt, weil diese hübsch sind, aber kein Stück mit dem Klima zurecht kommen.
      z.B. werden die Oncidium Orchideen auch nicht lange durchhalten, da Oncidium eher bemoosete und daher substrathaltige Astgabeln, Rindensplaten oder sogar Felsspalten bewohnt und es auch gern ein wenig kühler hat. Regenwald ist nicht immer gleich warm, es gibt auch empfindliche kühle Nächte im Hochland, dem sogenannten Hochlandregenwald.
      Das fehlt natürlich im Terrarium, so daß diese Pflanzen schlicht wachsen werden, doch Blüte - Fehlanzeige. Der Zyklus fehlt. Zudem nehmen die feinen, eher für Substrat gedachten Wurzeln wenig Feuchtigkeit aus der Luft auf - was man schön an der Phalaenopsis erkennen kann.
      Da kann es also passieren, daß diese Pflanzen nicht lange mitmachen - richtig.

      Hingegen stammt die Vanille aus dem tropischen Regenwald, wo diese noch heute in Plantagen auf La Reunion, dem ehemaligen Bourbon, Madagaskar, oder in Mexiko, Guatemala, Costa Rica und anderne Ländern auf gleicher Höhe kommerziell angebaut wird. Doch hier handelt es sich um die Art Vanilla phaeantha, die eben kleiner ist und in Süd Florida entdeckt wurde, daher der Name. Diese Pflanze hat kleinere Blätter und heißt botanisch korrekt Vanilla phaeantha. Vanilla floridiana ist ein Synonym :D
      Die Pflanze hat daher überhaupt keine Probleme, die Korkwände zu erobern, sich mit den Wurzeln dort anzuhaften und das Terrarium zu erobern. Das geht sogar im Rahmen der im Terrarium gegebenen Bedingungen an Licht, Temperatur und Feuchtigkeit sehr zügig.
      Da das Terrarium mit destiliertem Wasser besprüht wird, hat Vanilla, ebenso wie die aufgebundene Phalaenopsis keinerlei Probleme mit der Wasserversorgung.

      Auch Ficus pumila ist, wie die meisten Arten dieser Baumwürger ein kletterndens Gewächs der tropischen Regionen, die bis hinab zu den Mangroven überall zu finden sind.

      Murraya paniculata, oder Orangenjasmin, ist eine häufiger zu findende Strauchart in den tropischen Regenwäldern des indo-malayischen Raumes.
      Wikipedia weiß zu berichten:
      "Das Verbreitungsgebiet der Orangenraute reicht von Pakistan über Indien und Südchina bis nach Taiwan, den Philippinen, den Ryūkyū-Inseln und den Marianen, nach Süden über Malaysia und Indonesien bis nach Neu-Guinea und Teile Australiens. In weiteren tropischen Gebieten ist sie inzwischen eingebürgert.
      Die Orangenraute gedeiht insbesondere in Dickichten und Bergwäldern (in China steigt sie bis auf Höhenlagen von 1300 Meter). Sie bevorzugt sonnige bis leicht beschattete Lagen und toleriert eine große Bandbreite von sauren bis zu alkalischen Böden."

      Gerade diese Pflanze dürfte also in der Heimat der Baumpythons durchaus zu finden sein - und dürfte daher sehr gut in das Becken passen, weil die Pflanze hervorragend mit dem Licht und Klima des Terrariums zurecht kommen sollte. Dabei wächst der Orangenjasmin nicht gerade langsam und kann es mit jedem Ficus aufnehmen. Ich hoffe daher, daß ich eher das Dickicht zurück schneiden muss, als das ich Pflanzen ersetzen muss.

      Was kommt noch?
      Nun, ich hoffe, daß ich ein paar hängende Tilandsien, wie die Graue Tillandsie - Tillandsia usneoides - ansiedeln kann, die dann auch hier langsam aus dem Terrarium einen Urwald macht, der eben der Schlange ein Wohlfühl'zimmer' gibt - anstelle ein Terrarium, welches ein Schaubecken ist.

      Schon deshalb haben wir uns für einen anderen Bodengrund als Tierwohl Super entschieden - einfach damit es natürlicher ist.
      Aktuelle Werte: Feuchtigkeit 75%
      Temperatur: oben - 31,4°C unten - 27,4° C
      Es gibt 1000 verschiedene Meinungen, welche ist richtig?
    • Hallo Steffen,

      das sieht alles schon mal gut aus.

      Zwei kleine Tipps hab ich aber noch für dich.

      das mit den Pflanzen als versteckmöglichkeit wurde schon gesagt. Manche Tiere haben ein hohes Bedürfnis sich zu verstecken deswegen ist es wichtig das du noch für Sichtschutz sorgst am besten auf allen Ebenen. Ich hab auch zwei Tiere die sich auf den Boden legen wenn ich den Sichtschutz aus dem Terrarium entferne. Als ich noch Zeitung als Bodengrund benutzt habe hat sich ein Tier sogar immer unter die Zeitung gelegt. Diesen Tieren ist es wichtiger geschützt als klimatisch gut den Tag zu verbringen.

      Dann hast du die Kabel an der Decke entlang geführt und eine Schlaufe am Panel gelassen, ich kann dir versprechen das dein Baumpython durch diese Schlaufe kriechen wird. Das hat bei mir mal dazu geführt das sich das Tier so eingequetscht hat das es sich nicht mehr befreien konnte, ich hab das damals erst sehr spät bemerkt und musste das gesamte Panel abmontieren. Die Schlange hat zum Glück alles gut überstanden, aber seit dem vermeide ich jegluche art von schlaufen oder Öffnungen, die Tiere versuchen immer dort hindurch oder hinein zu gelangen.

      Je nach Größe des Tieres könnte man noch ein zwei Äste rein machen.

      Gruß
      Sascha