Darmvorfall

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    • Hallo

      Mein bald 8 Jahre altes blaues Sorong-Weibchen "Lantash" mit 185 cm Länge hatte im Dez. 10 und Juni 13 je ein Gelege mit 14 resp. 19 Eiern woraus sich je 12 gesunde Tiere entwickelten. Beide Gelege hat sie selbst ausgebrütet. Vor den Verpaarungen wog sie jeweils über 1800 g, nach dem Schlupf des letzten Geleges noch 1070 g. Seiher hatte sie wieder auf 1400 g zugenommen und machte immer einen sehr gesunden Eindruck.

      Als ich vorgestern Kot-Bremsspuren am Boden des Terrariums sah (ein Vorteil des Küchenpapiers), ahnte ich bereits schlimmes. Die Inspektion der Kloake zeigte einen kleinen Rectalprolaps mit starkem Ödem der Darmschleimhaut, aber noch ohne Nekrose. Leider habe ich es vor lauter Aufregung verpasst, ein Photo zu machen. Mangels eigener Erfahrung mit Darmvorfällen versuchte ich zunächst das überall empfohlene Vorgehen, setzte das Tier in eine Box um, bekleckerte den Darm ausgiebig mit Puderzuckerpaste und hielt das Ganze gut feucht. Mein Girl liess alles gutmütig über sich ergehen und verhielt sich ruhig, ausser nach dem Lichterlöschen erwischte sie mich beim Erneuern der Zuckerpaste kurz an der Hand :D

      Gestern morgen zeigte sich, dass sich mit diesem Prozedere absolut nichts verändert hatte, v.a. das Ödem war weiterhin ausgeprägt vorhanden.
      Bei der weiteren Internet-Recherche stiess ich auf dieses Video (www.youtube.com/watch?v=pLn4CmlZK6U), das einen Prolaps von ziemlich identischer Grösse, aber mit weniger Ödem zeigt. Der Autor hält die Zuckermethode für nutzlos und löst das Problem sehr elegant.

      Ich versuchte es daraufhin gleichermassen und war erstaunt, wie einfach es effektiv ging. Ich musste zusätzlich die Schwellung etwas komprimieren, dann flutsche der Darm schön zurück. Die Patientin war die ganze Zeit über sehr entspannt und erkundete mit dem bezahnten Ende interessiert das Badezimmer.

      Ich lasse sie jetzt für einige weitere Tage in der Box und hoffe natürlich, dass es nicht zu einem Rezidiv kommt. Das untenstehende Bild habe ich heute nachmittag aufgenommen.

      Darmvorfälle sollen bei adulten Tieren ja selten auftreten. 4 Tage vor dem Ereignis hat Lantash eine übliche Riesenportion Kot abgesetzt und am Folgetag war ihre Kloake noch absolut unauffällig. Ich habe sie im Alter von 5 Monaten selbst bei einem seriösen deutschen Züchter abgeholt und frühere Parasitologien waren immer negativ. Eine parasitäre Erkrankung als Ursache scheint mir deshalb wenig wahrscheinlich, die Haltungsbedingungen sind sicher auch optimal (ich hatte in 9 Jahren noch nie ein krankes Tier). Ich frage mich, ob allenfalls die Anzahl Gelege mit Darmvorfällen korrelieren könnte.

      Ich möchte v.a. auf die Erfahrung mit der verwendeten Methode hinweisen, die für mich absolut neu war. Bei einem Neonaten möchte ich sie allerdings lieber nicht anwenden müssen.

      Gruss
      Martin
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      • DSC24332cut_800.JPG

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      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von swisschondro ()

    • swisschondro schrieb:



      Ich möchte v.a. auf die Erfahrung mit der verwendeten Methode hinweisen, die für mich absolut neu war. Bei einem Neonaten möchte ich sie allerdings lieber nicht anwenden müssen.


      Alte Methode viel älter die Zucker Lösung die bei mir ebenfalls nie geholfen hat . Ich frag mich warum nicht bei neonat ?
      Ein altes Video von mir.
      m.youtube.com/watch?v=SMoYXUGcZbM



      liebe Grüsse
      LG Christos
    • Hallo Christos

      Besten Dank für den Link, ein sehr schönes Video. Leider habe ich es gestern nicht gefunden, merkwürdigerweise kommte es heute, wenn ich mit genau den gleichen Stichwörtern suche.

      Weshalb wird diese Methode nicht in den einschlägigen Büchern erwähnt? Vielleicht solltest Du mal ein eigenes Buch herausgeben :D

      Bei Neonaten hätte ich Bedenken wegen deren Verletzlichkeit, aber offesichtlich ist dies mit genügend Routine kein Problem.

      Wie lange würdest Du ein adultes Tier in dieser Situation von Ästen fernhalten?

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Guten morgen . Ich habe bis her nur ein einziges mal Darmvorfall bei ein adultes Tier gehabt . 24 Std waren bei mir ausreichend . Ich denke man kann es nicht pauschal sagen . Sitzt der Darm in der richtige Position und hat sich die Schwellung schnell zurück gezogen, wird es nicht mehr raus kommen . Ich denke dadurch das ältere Tiere mehr Muskeln in dieser Region haben brauchen nicht so lange Regenerationszeit wie neonaten . Das auf den feuchten Boden halten fur paar std. bringt den Vorteil mit , außer das betrofene Tier sich nicht anstrengt ,dass wenn der Darm erneut raus kommt diese feucht bleipt und nicht austrocknet . Ich war der Meinung das so was extrem gefährlich werden kann hat aber andere Erfahrungen ausgetauscht zB mit Markus Motzt und irgendwann auch selber festgestellt das der Darm doch schnell regeneriert wird . Viel gefährlicher finde ich Verstopfungen /
      Langanhaltenen Kot und kotabgabe nach der haut die das rausziehen der ganzen Darm verantworten . Hätte ich in meinen Freundeskreis letzte zwei Jahre 2 x . Beide Tiere verstarben Kurtz darauf . Damals gab es eine interessante Diskussion über Extreme deko in Terrarien oder doch er spartanischer Haltung . In der Natur sind die Gefahren sicherlich nicht anders und ich akzeptiere auch sowas als natürliche Selektion .Ubrigens selbe Jahr sah ich eine ähnlichen Fall mit Eierleiter . Das Weib hat beide Eileiter raus gepresst und verstarb kurz darauf auch. Die Eiern waren auch hin . Die Eier leiter sind dünne Membrane dünner als der Darm aber ebenfalls voll mit Blutgefäße .
      LG Christos
    • Hallo Martin, hallo Cristos

      Thema Eileiter .... Wie der ein oder andere vielleicht mitbekommen hat hab ich vor knappen 2 Monaten ein Gelege von einer meiner Sorong Damen geschenkt bekommen, was eigentlich alles auch nach plan verlief. Die Eier liegen im Inkubator heute nun bei Tag 44 .. alles schaut okay aus, das Weib hat nach ca 2 Wochen auch wieder Futter angenommen..
      Kurz nach der Ablage hab ich sie natürlich abgetastet und war der Meinung das alles leer sein sollte.


      Gestern komm ich nach der Arbeit nachhause der Tag da war eh schon beschissen und es ging etwas länger wie sonst, wie gewöhnlich geh ich durch die Tür rein check erst mal die Terrarien und Inkubator ob alles in Ordnung ist.
      Dann der große Schock!
      Dem Mädel hing wie ich zuerst Dachte ca 20cm etwas hinten raus.. bei genauerem Hinsehen konnte ich erkennen das es sich um den Legedarm handelt welcher schon recht vertrocknet war da sie sich natürlich direkt unteres Heatpanel legen musste.
      Mir fiel in dem moment nichts besseres ein als eine Box fertig zu machen mit sehr nassen Zewa, wobei meine Befürchtung eh schon war das alles zu spät ist.
      Hab das Tier rein gepackt und bin gleich zum nächsten Tierarzt gefahren.. er konnte jedoch auch nichts weiter tun als die betreffende Stellen abzubinden und abzuschneiden. da es schon zu ausgetrocknet war. :(
      Der Tierarzt meinte das sie das überleben kann, jedoch bin ich warum auch immer nicht sehr zuversichtlich.
      Es wurde ihr hinterher noch ein Schmerzmittel gespritzt, und ein Antibiotikum gegen Entzündungen.
      So schnell kann es gehen.. dachte die letze Zeit endlich läuft mal alles gut ohne größere Zwischenfälle und Rückschläge und dann kommt so ein Hammer mitten in die Fresse !
      Nun muß man abwarten wie sich die Sache entwickelt, aber eines ist Sicher, für jegliche Zuchtzwecke ist das Tier nicht mehr geeignet.
      Könnte mich ohrfeigen das ich damals nicht besser nachgesehen habe, und bin sogar am überlegen ob ich zukünftig nicht direkt nach einer Ablage zum röntgen Fahren werde um solche Sachen auszuschliessen..


      Traurige Grüße
    • Hallo Martin,

      freut mich , dass du den Prolaps so gut in den Griff bekommen hast! Drücke die Daumen , dass es so bleibt.

      Hallo Stefan,

      das ist ja großer Mist :( ! Hoffe, dass dein Weib das übersteht.

      Ich finde, dass du dir nichts vorzuwerfen hast. Du hast sie untersucht und für leer empfunden. Ich bin der Meinung, dass man auf einige Dinge einfach keinen Einfluss hat. Du hast nach dem Ereignis alles mögliche für dein Tier getan!!! Jetzt kannst du nur abwarten.

      Hört sich blöd an, aber versuche dich auf den kommenden Schlupf zu freuen. Das wird dich auf hoffentlich auf andere Gedanken bringen und ablenken.

      Ich wünsche dir , deinem Mädel und dem hoffentlich bald schlüpfenden Nachwuchs alles Gute!

      Viele Grüße Thorsten
    • Hallo Stefan

      Es tut mir wirklich leid, da hast Du grosses Pech gehabt. Ein kleiner Darmvorfall ist ja Peanuts dagegen. Ich hoffe Dein Girl wird den Eingriff überleben.
      Ich habe noch nicht ganz begriffen, was genau geschehen ist. War noch ein verklebtes Ei im Eileiter, das ihn herausgerissen hat? Nur dann würde ja ein präventives Rx nach der Ablage auch Sinn machen.

      Alles Gute
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Danke für die tröstende Worte Martin und Thorsten
      Ich kann natürlich nur Mutmaßen!

      Ja es befanden sich noch 2 Eier im Legedarm, ich vermute dass dieses beim Pressen vom Kotablassen alles dann mit heraus kam und sich nicht wieder hat zurück ziehen lassen.
      Das eine Ei sah auf den erste Blick meines Erachtens sehr groß aus im Gegensatz zu den Eiern welche sie abgelegt hatte, ich kann nun natürlich nicht sagen ob dies von Anfang an so groß war oder erst im inneren an umfang zugelegt hat. Hab das Ei auch aufschneiden lassen, und es kam eine Flüssige gelbe Pampe zum Vorschein..
      Mich wundert es das dies aber nun so lange gedauert hat und sie keinerlei Anzeichen zeigte das etwas nicht stimmen könnte.
      Auch wäre ich der Meinung gewesen das in dieser langen Zeit das Ei in ihr zum faulen beginnt ? Und sie innerlich vergiftet.

      Momentan hängt sich ganz gewöhnlich auf dem Ast als sei nichts, aber das kann natürlich auch täuschen. Mal sehen was die nächsten Tage bringen
    • Es gab Weiber die Monate später Eier raus gekackt haben die mittlerweile verfärbt waren usw. ohne Schaden zu tragen . Muss nicht unbedingt durch eine Legenot oder sepsis das Tier sterben . Aber riskant ist es trotzdem wenn Eier drin bleiben . Auf unsere Forum gibt es ein Thema von Pandora Alex . Er hatte drei Eier bei Berta raus massiert. Eileiter war gerissen . Hat sich nicht entzündet und Tier liebt bis heute noch . Eier wird sie nicht mehr liegen können . Wenn den Angriff TA gemacht hat bist auf der sichere Seite . Aber das Tier wirst du vermutlich nicht mehr in Zucht einsetzen können . Viel Glück .
      LG Christos
    • Da werd ich doch gleich mal rüber schauen ins nächste Forum :) schön zu lesen das es auch positiv gehen kann und ein weiteres Gelege muss nicht sein mit der Dame. Dann soll sie nun doch so noch ein paar schöne Jahre haben!

      Ich hab kurz nachdem ich bei den Arzt war noch einen Fachtierarzt für Exoten angerufen cristos, dieser war der Meinung das man vereinzelt darüber nachdenken soll das Tier komplett dann zu kastrieren. Allerdings ist dies natürlich mit Risiken verbunden.
      Ich wusste bisher nicht mal das jemand das gemacht hat, also einer baumpython die Eierstöcke zu entfernen.
      Hast du solche Infos oder mal was mitbekommen ??

      morelia-viridis-forum.eu/forum/viewtopic.php?t=1516


      Hier der Thread neben an falls jemand den Fall auch interessiert
    • Hallo

      dann werde ich mich auch einmal mit einbringen.

      Das damals in Marcels und Markus Forum war ich.

      Dem Tier geht es heute wieder blendend und man kann auch nichts mehr vom Eingriff sehen. Ich benutze sogar schon wieder richtige Äste anstelle von Kunststoffrohre.

      Die ganze Aktion hat natürlich Unmengen an nerven gekostet und manchmal hatte man schon das Gefühl "ob das was wird"

      Sie lebt jetzt bei mir wird auch von keinen Kerl belässtigt (wäre mir zu Riskant das einmal auszuprobieren)

      Viel glück mit deinem Tier
    • Das von Alex & Alex macht mir wenigstens etwas Hoffnung :) schön zu lesen das es bei dem ein oder anderen auch gut gehen kann, meine Dame hängt nach wie vor auf ihrem Ast als wäre nichts gewesen, aber man kann ja nicht wirklich in sie rein schauen.


      CristocI schrieb:

      So klein ist die Chondrowelt
      Stimmt Cristos, und ich finde eigentlich genau das dass schöne es ist eine nette kleine Gemeinschaft wo man sich gegenseitig hilft =) die meisten zumindest.
      Wir verfolgen alle das gleiche Hobby, und haben die gleiche Leidenschaft und man lernt Leute kennen welche aus einer ganz anderen Ecken kommen als man selbst :thumbup:

    • darkfear schrieb:

      Stimmt Cristos, und ich finde eigentlich genau das dass schöne es ist eine nette kleine Gemeinschaft wo man sich gegenseitig hilft die meisten zumindest.
      Wir verfolgen alle das gleiche Hobby, und haben die gleiche Leidenschaft und man lernt Leute kennen welche aus einer ganz anderen Ecken kommen als man selbst

      Ja das stimmt und Cristos hatte mir damals auch sehr viel bei der Geschichte über Facebook geholfen und dort konnte man auch die andere Seite der Chondrohaltung sehen.

      Nicht jeder erkennt Hilfe wenn sie vor einem steht (oder schreibt)
    • Hier noch ein Update zum ursprünglichen Thema:

      Nach der Reposition des Darmvorfalles habe ich mein Mädchen 7 Tage in einer 30L Box ohne Äste gelassen und sie dann wieder ins Terrarium gesetzt. Zwei Tage später hat sie eine kleine Portion Urate mit max. 1 cm grossen Stücken abgesetzt und sich in der Nacht darauf perfekt gehäutet. Zu einem Rezidiv ist es glücklicherweise nicht gekommen.

      Obwohl sich der Prolaps erst 4 Tage nach dem Abkoten ereignete ist für mich die Konsequenz aus diesem Ereignis, dass ich in Zukunft ihre volle Kloake, in der sich oft sehr grosse Uratsteine festsetzten, früher manuell entleeren werde.

      Gruss
      Martin
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      • DSC24378cutED_800.JPG

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      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Ein sehr schönes Tier Martin ! :)

      Eine andere meiner Damen hat erst vor kurzem auch einen ziemlich dicken Knödel hinten am Schwanzende gehabt, über Tage.. Mir war das Risiko auch etwas zu groß so das ich sie in ein Warmes Bad gesetzt habe, ob dies nötig gewesen wäre kann ich nicht 100% sagen, jedenfalls waren es 2 sehr große Brocken Urinstein welche erst mal abgesetzt wurden.
      Paar Tage später kam die Häutung mit dem restlichen Kot

      Zu meinem anderen Tier.
      Das Tier verhält sich relativ normal und es hat auch keine weiteren Zwischenfälle mehr gegeben, so das ich mich gestern dran gemacht habe diesem Tier wieder Futter anzubieten, im Verhältnis zu sonst ( 200 Gramm Ratten ) hab ich allerdings erst mal nur eine sehr große Vielzitzenmaus angeboten welche auch direkt gefressen wurde.


      Bisher sieht es aus als würde sie alles Problemlos überstehen =)