2.Versuch

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    • Also es waren 22 Eier.
      - 3 Stück sind kurz vor dem Schlupf umgekippt .
      - 4 Jungtiere sind kurz nach dem Schlupf bzw. während dem Schlupf verstorben.
      - 3 sind noch im Inkubator
      -12 Junge im Rack

      Ich finde es ziemlich schlimm , dass es 4 Tiere soweit geschafft haben und dann doch verstorben sind . Aber ich denke die Natur hat es so eingerichtet.

      Ich bin halt von meinen Regius nicht gewohnt das sowas passiert.

      Gruß

      Andreas
    • Das ist doch ein gutes Resultat. :thumbsup: Es wird zwar immer wieder von Schlupfraten um 100% berichtet (mein bestes Gelege hatte 86% resp. 12 von 14), aber grössere Verluste sind in der Chondrozucht auch bei vermeintlich optimalen Bedingungen nicht so selten und ich vermute häufiger als es den Eindruck erweckt, da wahrscheinlich ein wesentlicher Bias besteht, weil viel eher über die guten und weniger über die schlechten Resultate berichtet werden dürfte. Du musstest ja bei Deinem ersten Gelege auch schon eine unangenehme Erfahrung machen.

      Bei meinem letzten Gelege starben von 23 befruchteten Eiern 18 Tiere. 13 davon waren gut entwickelt, normalgewichtig, scheinbar gesund und aktiv, aber starben während oder innert 36 Stunden nach dem vollständigen Schlupf. Auch autoptisch konnte ich keine makroskopisch erfassbaren Missbildungen oder Erkrankungen finden.
      Wenn es ganz schlecht läuft, kommt es auch noch zum Verlust von Elterntieren (häufiger der Mutter, aber manchmal auch des Vaters).
      Auch das gehört zur Chondrozucht.

      Zum Absterben schlupfreifer Jungtiere habe ich hier einmal eine kurze Zusammenfassung mit Literaturangaben verfasst.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Die meisten Schlüpflinge häuten sich nach 7-10 Tagen. Wenn sie den Dotter vollständig aufgenommen haben (sprich die Eischale war nach dem Schlupf ganz leer), haben sie den Bauch gut gefüllt, keinen Appetit und fressen i.d.R. auch nicht. In diesen Fällen ist die erste Fütterung erst nach der Häutung sinnvoll und würde vorher nur unnötigen Stress generieren.

      Deutlich untergewichtige Tiere (<7-8g) häuten sich oft erst wesentlich später. Ich habe drei 6g-Tiere und ein 7.9g-Tier erfolgreich aufgezogen, die sich erst an den Tagen 12, 23, 41 und 66 (!!) erstmals häuteten. Entsprechend dem tiefen Gewicht waren in diesen Fällen die Eischalen noch mit viel Dotter gefüllt. Aufgrund der fehlenden Reserven mache ich in solchen Fällen den ersten Fütterungsversuch auch ohne Häutung nach ca. 14 Tagen.

      In den erwähnten Fällen war der Verlauf folgender:
      Tier 1 mit 6.0g: Das Tier war beim Schlupf noch nicht ganz vollständig pigmentiert und wirkte auch sonst noch unreif, sodass ich ihm wenig Chancen gab. Häutung Tag 12, erster Fütterungsversuch am Tag 13 verweigert, zweite Fütterung am Tag 16 problemlos und anschliessend immer sofort gefressen. Dieses Tier ist einer der besten Fresser, den ich je hatte und inzwischen 5 Jahre alt.
      Tier 2 mit 6.3g: Häutung Tag 23, erster Fütterungsversuch am Tag 14 sofort erfolgreich, den zweiten Versuch zwei Tage vor der ersten Häutung quittierte das Tier mit intensiven Abwehrbissen, wie dies unmittelbar vor der Häutung oft der Fall ist, am Tag nach der Häutung und auch danach problemloser Fresser.
      Tier 3 mit 6.6g: Häutung Tag 41, der erste Fütterungsversuch am Tag 15 wie auch drei weitere im Abstand von je 5 Tagen wurden verweigert. Das Tier zeigte trotz Anwendung aller bekannten Tricks keinerlei Abwehrreaktion und war nicht zum beissen zu bewegen. Am Tag 30 schliesslich erste assistierte Fütterung (Pinky in den Mund gelegt und dann selbständig geschluckt). Erst nach 23 weiteren assistierten Fütterungen resp. nach 25 Wochen frass das Tier erstmals spontan und seither immer problemlos.
      Tier 4 mit 7.9g: Häutung Tag 66, der erste Fütterungsversuch am Tag 15 wie auch ein weiterer am Tag 19 wurden verweigert. Das Tier war ein "Runner", also Fütterungstechnisch der ungünstigste Fall. Nach 7 weiteren erfolglosen assistierten Fütterungsversuchen und nachdem das Tier begann Gewicht und Energie zu verlieren, entschied ich mich nach 7 Wochen zur Zwangsfütterung. Natürlich kann man jetzt darüber diskutieren, ob man dies in einer solchen Situation überhaupt tun soll. Im Konkreten Fall war der Kleine gut ausgereift und anfänglich sehr aktiv. Ausserdem war er bereits von einer engagierten Halterin reserviert worden, die sich in ihn verguckt hatte und keinen anderen Chondro wollte, zusätzlich hatte ich von diesem Gelege bereits 13 Tiere während und kurz nach dem Schlupf verloren, sodass ich mit der Indikationsstellung wohl etwas grosszügiger war. Konkret machte ich die Zwangsfütterung mittels einer Pinky-Pump, was für ein so kleines Tier viel schonender ist als es zu stopfen. Mit etwas Übung geht die Fütterung selbst wirklich sehr schnell, Zeitraubender sind die Vorbereitung und die Reinigung des Instrumentariums nachher. Nach der zweiten Zwangsfütterung kam es dann auch endlich zur ersten und perfekten Häutung. Nach 33 Wochen Zwangsfütterung gelang schliesslich eine Umstellung auf assistierte Fütterung für weitere 12 Wochen. Dann wurde einmalig ein Pinky spontan geschnappt und verschlungen. Nach weiteren drei assistieren Fütterungen und zweimaliger ausführlicher Instruktion derer Durchführung konnte der kleine Chondro auf Drängen der neuen Halterin in deren Obhut übergeben werden. Nach insgesamt langen 78 Wochen, also im Alter von über 1.5 Jahren brachte sie ihn schliesslich dazu, dauerhaft selbständig zu fressen und er gedeiht bei ihr inzwischen prächtig. Der ganze Aufwand hat sich also letztendlich doch gelohnt. Ich glaube aber nicht, dass ich dies nochmals machen würde. :D

      Dies nur als kleiner Einblick, was noch so auf Dich zukommen könnte. :D Du hast ja glücklicherweise kein Tier unter 8g, wobei eine Futterverweigerung meines Wissens nicht mit dem Gewicht korreliert. Bei <8g hat man aufgrund der geringeren Reserven einfach weniger Zeit, <6g sind die Tiere meist ohnehin unreif und die Überlebensrate ist deshalb minimal.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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    • Moin Andreas,

      ganz wichtig ist , dass du dir sehr viel Zeit für die Fütterung nimmst. Ich persönlich mache mir gemütlich ein Hörspiel an und versuche es nicht gehetzt und ganz stressfrei zu erledigen.
      Für mich ist das die pure Freude und ein super Erlebnis. Stell dich auf mehrere Stunden ein!
      Sobald ein Tier die Beute ergriffen hat , würde ich mit der Fütterung des nächsten Chondros so lange warten , bis das Futter verschlungen ist.

      Ich wünsche dir sehr viel Spaß!!!

      Gruß Thorsten
    • So,

      1. Fütterungsversuch : 3 Jungtiere haben die Babymäuse sofort angenommen. Eine hat die Naus geschnappt , fiel dann mit der Maus in den Wassernapf, wo sie auch versucht hat diese zu fressen, (wohlgemerkt unter Wasser),

      hat dann aber gemerkt das es nicht klappt und ließ die Maus los. Nach der Aktion wollte sie keine mehr.

      Also alles in allem, 2 haben gefressen ,der Rest wollte noch nicht.

      Nächste Woche wird's besser ;)

      Gruß

      Andreas