Welche Thermo/Hygrometer verwendet ihr?

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    • Welche Thermo/Hygrometer verwendet ihr?

      Hallo Leute,
      bisher habe ich bei meinen Königspython den analogen Thermometer und Hygrometer von JBL verwendet. (Terra Control hieß der Glaube ich). Letztens hab ich im Laden bestimmt 5-6 Packungen von dem Set abgeschaut und festgestellt das alle verdchiedene werte anzeigen. Beim Thermometer waren es Schwankungen von 25-28 grad, aber bei der Luftfeuchtigkeit erschreckende 50-70%. Auf dieses Gerät kann ich wohl nicht vertrauen.

      Was verwendet ihr so? Sollte gute Messgeräte haben denen ich auch vertrauen kann.
    • Hallo Kevin

      Die handelsüblichen, rel. preisgünstigen Thermo- und Hygrometer sind recht ungenau, ob digital oder analog macht auch keinen wesentlichen Unterschied.

      Bei Billig-Thermometern ist eine Messgenauigkeit von +/- 1-2°C typisch, auch wenn der Wert auf 0.1 Grad genau angezeigt wird. Diese hohe Auflösung ist nur für Temperaturänderungen brauchbar, die wesentlich genauer angezeigt wird als die absolute Temperatur. Mit den beobachteten 25-28 °C liegst du also im normalen Toleranzbereich (26.5 +/- 1.5 °C). Natürlich gibt es genauere Messgeräte, diese haben halt ihren Preis.
      Ich verwende zur Temperaturmessung und -regelung die Thermostate von Spyder Robotics (aktuell habe ich 4 Geräte des Herpstat 4 in Betrieb). Der Hersteller gibt eine Messgenauigkeit von +/- 0.9 °F an, dies entspricht ca. +/- 0.5 °C, dass ist schon sehr sehr genau. Nach meiner Erfahrung gehören diese zu den besten erhältlichen Thermostaten, sind allerdings nur in 120V in den USA erhältlich und du musst damit eine Heizquelle mit ebenfalls 120V betreiben und einen Transformator verwenden. Ich verwende die Pro-Heat Heatpanels von ProProducts, die qualitativ besten erhältlichen Panels und kein Vergleich zum Ramsch, der bei uns verkauft wird. Das Produkt ist seit 30 Jahren im Handel, der Hersteller gewährt eine Garantie von 10 Jahren und rechnet mit einer Lebensdauer von über 50 Jahren. Ich habe 12 dieser Panels seit bis zu 10 Jahren im Dauerbetrieb und noch nie einen Defekt gehabt.
      Den Herpstat verwende ich auch zur Regelung des Inkubators. Das Gerät kann geeicht werden, dies mache ich mittels eines Quecksilber-Laborthermometers mit einer Genauigkeit von +/- 0.2 °C. Für ein Terrarium ist dies allerdings nicht nötig.
      Zusätzlich verwende ich noch ein Pyrometer (Strahlungsthermometer, "Tempgun") zur berührungslosen Messung der Oberflächentemperatur der Tiere an ihrem Liegeplatz. Diese Geräte sind ebenfalls nicht sehr genau (je nach Preisklasse +/- 1.5 bis 3 °C). Konkret benutze ich die Tempgun PE2 mit einer Messgenauigkeit gemäss Herstellerangabe von +/- 1.8 °F (ca. +/- 1.5°C). Für eine grobe Orientierung reicht das absolut.

      Hygrometer sind noch ungenauer, da muss mit einer Schwankungsbreite von mind. 10-20% gerechnet werden. Du musst dir auch bewusst sein, das die rel. Luftfeuchtigkeit temperaurabhängig ist und die Werte je nach Messort im Terrarium zusätzlich stark schwanken. Die Stiftung Warentest hat 2003 einen Test durchgeführt (download hier). Ein Vorteil der Analogen Geräte ist, dass sie einfach justiert werden können. Anfangs mag ein Hygrometer als grobe Orientierung hilfreich sein, mit zunehmender Erfahrung wirst Du ein Gefühl für Dein Terrarium entwickeln, wobei das Gleichgewicht zwischen Häufigkeit und Ausmass des Sprühens, der Grösse der Lüftungsflächen und der Terrarienausstattung mit feuchtigkeitsspeicherndem Substrat (Bodengrund, Pflanzen) entscheidend ist. Ich verwende inzwischen keine Hygrometer mehr. Als einfache Faustregel hat es sich bei mir bewährt, einmal täglich (vorzugsweise morgens) soviel zu sprühen, dass die Terrarienscheiben (bei 20- 25 °C Zimmertemperatur) für 2-3 Stunden beschlagen sind und dann langsam bis abends wieder abtrocknen. Mit der Nachtabsenkung der Temperatur steigt die rel. LF dann wieder etwas an. Die Bedeutung einer hohen LF wird von Anfängern meist überschätzt und die Tiere werden entsprechend eher zu feucht gehalten. Eine Ausnahme sind allerdings Schlüpflinge bis zu ca. 3 Monaten, die eine deutlich höhere LF benötigen. Ich kenne Züchter, die mittlerweile ganz mit Sprühen aufgehört haben und bei ihren adulten Tieren nur noch einmal wöchentlich den Bodengrund etwas befeuchten, wobei es ihnen dabei gut zu gehen scheint.


      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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