Gefahrtierstudie 2015

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gefahrtierstudie 2015

      Marco Bergmann von LesTAT IG ("Leute mit exotischen und schützenswerten Tieren in Aquarium und Terrarium IG") hat die Gefahrtierstudie 2015 publiziert, die einige interessante Punkte thematisiert.

      Was wir ja alle schon lange wissen, wird erneut belegt: Von exotischen Schlangen geht keinerlei Gefahr für die Allgemeinbevölkerung aus, entgegen den z.T. hysterischen Ängsten, die von der Presse regelmässig geschürt und von Tierschutzorganisationen zur Durchsetzung ihrer Interessen und Politikern zur Verabschiedung unsinniger Gesetzesvorschriften missbraucht werden.

      Im Jahr 2015 in Deutschland durch Tiere verursachte Sachschäden werden auf den Betrag von knapp 1.7 Mio EUR geschätzt. Verursacht wurden diese vorrangig durch Pferde (45%), hauptsächlich durch Verkehrsunfälle. Auf Platz zwei folgen Hunde mit 25%, dicht gefolgt von Katzen mit 21%. Exoten dagegen verursachten einen einzigen erfassten Sachschaden von 300 EUR. Dabei kollidierte ein Auto mit einem Terrarium, das mitsamt Chamäleon auf einem Parkplatz ausgesetzt worden war. Eigentlich unsinnig, dass dieser Unfall in diesem Zusammenhang überhaupt erwähnt wird. Interessanter wäre zu wissen, wie es dem Chamäleon ergangen ist.

      Auch bezüglich Todesfällen (16 von 24) und Schwerverletzten (111 von 234) sind Pferde die gefährlichsten Tiere, gefolgt von Hunden (4 Todesfälle, 102 Schwerverletzte). Letztere sind mit Abstand für die meisten Leichtverletzten (422 von 619) verantwortlich. Gerade bei leichten Verletzungen dürften allerdings viele Fälle nicht erfasst worden sein.

      Todesfälle durch exotische Reptilien gab es 2015 überhaupt keine. Zwei lebensgefährliche Verletzungen traten bei Giftschlangenhaltern auf, die von einer Bitis gabonica resp. einer Dendroaspis polylepsis gebissen wurden. Beide überlebten nach einer Behandlung mit Antiserum. Als einzige Drittperson wurde ein Dachdecker bei einer Rettungsaktion von einer Boa constrictor in die Hand gebissen und leichtgradig verletzt.

      Als Spezialfall wird noch ein Passant in Baden-Württemberg erwähnt, der auf offener Strasse von einem Zirkuselefanten getötet wurde. Dies war effektiv der einzige Todesfall, der 2015 durch ein exotisches Tier verursacht wurde. Die Umstände konnten nicht abschliessend geklärt werden, es besteht der Verdacht, dass das Tier durch eine Aktion von "Tierbefreiern" entkommen konnte.

      Diese Daten zeigen somit einmal mehr, dass restriktive Gesetze und Forderungen nach Haltungsverboten für exotische Tiere absolut unverhältnismässig sind.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von swisschondro ()

    • Zu den obigen Daten ist zu ergänzen, dass dabei die Folgekosten bewusst nicht berücksichtigt wurden, da sie nur sehr schwer abzuschätzen sind. Es fehlen die Aufwendungen für Polizei, Feuerwehr sowie andere Such- und Rettungsdienste, Heilbehandlungen und Medikamente, Lohnausfall, Berentungen sowie den ganzen Justizapparat inkl. Anwalts- und Gerichtskosten. Ebenso sind auch die durch Todesfälle und Invalidität bedingten Produktivitätsausfälle nicht berücksichtigt. Alle diese Aufwendungen dürften das Ausmass der direkten Sachschäden erheblich überschreiten.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0