Gerichtsurteil gegen Königspython-Zucht in Mönchengladbach

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    • Gerichtsurteil gegen Königspython-Zucht in Mönchengladbach

      Einmal mehr haben Behördenwillkür und militante Tierschützer gesiegt: rp-online.de/nrw/staedte/moenc…genzuechter-aid-1.5788944

      Dieser Entscheid könnte weitere schwerwiegende Folgen für die Reptilienhaltung in ganz Deutschland haben.
      Wir könne nur hoffen, dass wir nicht bald alle unsere Chondros in 2m hohen Terrarien halten müssen.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Also , ich halte auch 3 Pärchen Königspythons. Alle in Terrarien. Ich habe noch nie Probleme damit gehabt, daß ein Tier nicht fraß.

      Ganz im Gegenteil 2013 habe ich ein Albino gekauft . Es war ein Jungtier, der Verkäufer gab das Tier ab da es angeblich nicht fressen wollte. Als ich es abholte wusste ich auch warum. Das Tier saß in einem Rack . Die Schublade/Plastikwanne war ca. 60 cm groß. Die einzige Einrichtung bestand aus einem Wassernapf und einem viel zu großen Unterschlupf.

      Ich nahm das Tier mit nach Hause, setzte es in ein kleines , komplett bewachsenes Terrarium . Am nächsten Tag bot ich eine Maus an . Es dauerte keine 3 Sekunden und sie schnappte sich die Maus.

      Gekauft habe ich das Tier mit 78 g sie wiegt heute knapp 1.100g.

      Aus diesem Grunde halte ich auch nichts von Rack Haltung.

      Gruß
      Andreas
    • Es war nicht meine Absicht, hier eine Grundsatzdiskussion für oder gegen Rackhaltung loszutreten, ich möchte jetzt aber trotzdem auch noch meinen Senf dazugeben.

      Wie eine Haltung in Terrarien kann auch eine Rackhaltung besser oder schlechter umgesetzt werden. Grundsätzlich ist die Grösse des Racks ja nicht definiert und ein adäquater Unterschlupf sollte sicher auch in einem Rack vorhanden sein. Ein schlecht umgesetztes Beispiel als grundsätzliches Argument gegen die Rackhaltung anzuführen, scheint mir jetzt doch nicht sehr sinnvoll.

      Ich möchte in diesem Zusammenhang auf das Gutachten von Dr. Guido Westhoff zu dieser Problematik verweisen (pp 4-6). Dr. Westhoff ist Biologe an der Universität Bonn, der sich beruflich und privat seit über 32 Jahren mit der naturnahen Haltung von Schlangen beschäftigt und inzwischen auch als Kurator des Tropen-Aquariums Hagenbeck in Hamburg tätig ist. Für den Python regius als Höhlenbewohner hät er "möglichst flache Gehege (je nach Größe 15-30 cm)" für "nicht nur ausreichend sondern artgerecht". Weiter sollte auch "die Grundfläche ... ebenfalls an die Größe der Tiere angepasst sein, wichtiger (sei) aber noch ein Häuschen oder eine feste Höhle in die sich
      das Tier mit festem Körperkontakt zurückziehen" könne.

      Eine etwas grössere Königspythonzucht ist ohne Rackhaltung kaum realistisch umsetzbar. Die Alternative dazu sind noch mehr Entnahmen von Wildtieren aus der Natur, die dann wirklich unter allerengsten, tierquälerischen Verhältnissen gehalten und transportiert werden. Und das wollen wir ja alle auch nicht!

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Um das Thema aufzugreifen: Es geht um das Urteil an sich und die Bewertung der Haltung durch einen Gutachter. Ich selber habe keine Königpythons, aber viele Halter haben mit der Rackhaltung gute Erfahrungen gemacht. Letztendlich hält jeder seine Tiere so (oder sollte sie so halten) wie sie am besten gedeihen. Das ist für einige das Riesenpanorama Becken und für andere eine Schublade.
      Oft liegen der jeweiligen Haltung eigene Erfahrungswerte zugrunde.
      Bedenklich empfinde ich die Bewertung des Gerichtes. Mit einem anderen Gutachter hätte das Urteil ganz anders ausfallen können. Leider sind Gutachten teuer und kaum ein Privatmann kann sich ein Gegengutachten leisten.
      Der Wind wird rauher und ich mache mir Sorgen um die pivate Schlangenhaltung. Am liebsten wäre diversen Tierschutz (oder Tierrechts-)organisationen, es werden gar keine Tiere mehr gehalten. Schon gar keine exotischen!
      Mein Leben wäre dann erheblich triester. Und was aus den Schönheiten wird, die sich in meinen Becken tummeln mag ich mir gar nicht vorstellen ...
    • Entsprechende Gutachten von renommierten Herpetologen sind durchaus verfügbar, das oben von mir erwähnte ist nur eines davon. Das eigentliche Problem ist, dass Schlangen in der Bevölkerung grundsätzlich ein schlechtes Image haben (ca. 50% der Leute haben eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schlangenphobie), was durch die Sensationslust der Medien zusätzlich geschürt wird mit Berichten über entwichene Monster aus verantwortungsloser Haltung. Da ist dann der Applaus gross, wenn von politischer Seite mit dem haltlosen Argument einer (objektiv nicht vorhandenen) Gefährdung der Allgemeinbevölkerung (vgl. Gefahrtierstudie 2015) immer strengere Auflagen und Einschränkungen umgesetzt werden, ganz im Sinne diverser Tierschutzorganisationen, deren klares Ziel ein Verbot jeglicher Wildtierhaltung ist.

      Der Extremfall ist Norwegen, wo seit 1977 die Haltung von Reptilien mit wenigen Ausnahmen grundsätzlich verboten ist. Es ist kaum zu glauben, dass so etwas in einem demokratischen, als fortschrittlich geltenden Land überhaupt möglich ist. Reptilien werden natürlich trotzdem illegal gehalten und es hat sich ein entsprechender Schwarzmarkt entwickelt, was kaum im Interesse der Tiere und deren Haltungsbedingungen sein dürfte. Auch hat dies zu einer Entfremdung der Norweger auch von einheimischen Reptilien geführt, die umso mehr als hochgefährliche Kreaturen wahrgenommen werden und Massnahmen zu deren Schutz entsprechend schwieriger umzusetzen sind.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0