Heizungsaufbau bei Terrarium 200 x 80 x 100

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    • Heizungsaufbau bei Terrarium 200 x 80 x 100

      Hallo Community,

      erstmal hätte ich gerne gewusst, ob mein Post / Beitrag (oder was das hier gerade ist was ich tue) so richtig ist, bzw. was ich verbessern/ändern sollte, obwohl ich über 50 bin und über 20 Jahre Internet habe, ist heute mein erster Versuch, in einem Forum Kontakt aufzunehmen.
      Ich habe vorher in der Suchfunktion nach einem passenden Beitrag gesucht und nichts passendes gefunden.
      Soviel also schon mal vorab, nur weil ich noch nie in einem Forum aktiv war, heißt es ja nicht, dass ich noch nie Beiträge darin gelesen habe, ich entschuldige mich also lieber schon mal vorher.

      Zum Thema:

      Ich bestelle mir für mein Baumpython-Paar ein Kunststoffterrarium mit den Maßen 200 x 80 x 100 B x T x H.
      Dazu wurden mir 2 Heatpanel a' 110 Watt empfohlen, was ich auch nachvollziehen kann.
      Meine einzige Frage die ich habe ist:
      würdet ihr die beiden Heatpanel nebeneinander auf eine Seite des Terrarium montieren, oder eines links und eines rechts, jeweils außen?
      Bei 2 Meter Länge kann ich mir vorstellen, dass zur Mitte hin zwar ein bisschen, aber nicht viel Temperaturgefälle vorhanden ist, andererseits ist es mir ein bisschen komisch, 220 Watt Heatpanels nebeneinander zu schrauben, da die zusammen mehr als die Hälfte des Terrariums abdecken und die Schlangen immer auf die Seite ohne Heizung drängen würde, da die im alten Terrarium bei eingestellten 30 Grad so gut wie nie unter der Heizung liegen.
      Bei der jeweils außen Montage hätte ich auch den Vorteil, das die beiden vermutlich ziemlich in der Mitte liegen würden, wo man sie gut sehen kann und ich kann mir vorstelle, das die beiden einfacher ihren Lieblingsplatz finden können.
      Ich hoffe, es gibt Leute mit Erfahrungen bei diesem großen Terrarium und ihr könnt mir bei der Entscheidung helfen.

      Gruß Frank
    • Hallo Frank

      Willkommen im Forum und Gratulation zu Deinem ersten Post. Keine Sorge, Dein Beitrag ist vorbildlich :thumbsup: .

      Ich habe 6 Terrarien aus 16mm Polycarbonat-Doppelstegplatten mit ähnlichen Dimensionen in Betrieb: 200x70x70 cm (BxTxH). Dringend davon abraten würde ich, Tiere ausserhalb einer Verpaarung zusammen zu halten. Deshalb habe ich in der Mitte eine Trennwand eingebaut, die ich für Verpaarungen hinausnehmen kann. Beheizt wird mit zwei Pro-Heat Heatpanels à je 65W mit einer Grösse von je 30x45 cm. Positioniert sind diese in einer Variante, die Du nicht erwähnt hast, nämlich mittig rechts und links der Trennwand. Die Alternative einer Montage neben den Aussenwänden habe ich aus energetischen Gründen verworfen.

      Bei einer min. Zimmertemperatur von 20°C ist die Leistung meiner Panels grosszügig dimensioniert. Da Deine Terrarien grösser sind, brauchst Du wohl auch mehr Leistung, wobei eine Terrarienhöhe über 80cm für deckenmontierte Heatpanels grundsätzlich nicht optimal ist. Ein Problem ist auch, dass die in Europa gängigen Heatpanels eine tiefe Leistungsdichte (wenig Leistung pro Fläche) aufweisen und entsprechend gross dimensioniert sind, wodurch nur kleinere Temperaturgradienten möglich sind.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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    • Hallo Martin,

      vielen Dank für deinen Rat.
      Die Variante mit 2 Panels in der Mitte habe ich tatsächlich nicht bedacht, wahrscheinlich weil ich so auf einen Liegeplatz in der Mitte, (gut sichtbar) fixiert war.
      Scheint mir aber für nur einen großen Bereich nicht geeignet, ich würde die Schlangen ja dadurch an den Rand drängen.
      Da Du die Höhe, bzw. die tiefen Regionen, an die die Panels nur schlecht rankommen erwähnt hast, scheint die Montage beider Panels an einer Seite wohl die bessere Alternative zu sein, da ich annehme, dass 2 Stück nebeneinander mehr Heizkraft entwickeln und auch etwas tiefer reichen.
      Das Paar halte ich im Übrigen schon seit zwei Jahren zusammen, Sie vertragen sich gut, Paaren nicht und das Füttern klappt auch gut.
      An eine Zucht habe ich auch gar kein Interesse.
      Zur Zeit sind die beiden noch in einem Kunststoffterrarium 120 x 60 x 60 cm.
      Ich glaube, nicht wenige Baumpythonhalter würden das als ausreichend erachten.
      Seitdem ich mehrere Tage im Raubtierhaus im Berliner Zoo gearbeitet habe und dort die Löwen den ganzen Tag in ihren winzigen Betonkäfigen liegen gesehen habe, tun mir meine Tiere leid und ich will Ihnen etwas mehr Platz bieten, da die beiden nach dem Verdauen relativ aktiv und über 120 cm lang sind, können sich nicht mal richtig ausstrecken. Ich sitze Ihnen jetzt gerade gegenüber und sie scheinen die ganze Zeit über das Terrarium nach einem Ausgang abzusuchen. Das macht mir seit der Arbeit im Zoo sehr zu schaffen.
      Naja, über die endgültigen Maße bin ich mir noch nicht sicher, aber weniger als 150 x 80 x 80 wird es auf keinen Fall sein.
      Deine Anlage sieht übrigens sehr schön und gepflegt aus, aber meinst Du nicht auch, die würden sich mal freuen, wenn sie mal etwas mehr Auslauf hätten? ;)

      Gruß Frank

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Frank ()

    • Hallo Frank

      Die von Dir beschriebene Löwenhaltung ist wirklich deprimierend, glücklicherweise wurden die Bedingungen in vielen modernen Zoos in den letzten Jahren enorm verbessert, zumindest im Zoo Basel leben die Löwen in einer sehr schönen Anlage. Trotzdem bin ich skeptisch bezüglich der Haltung von Gross-Wildtieren in Zoos.
      Die Platzbedürfnisse von Löwen und Chondros lassen sich allerdings überhaupt nicht vergleichen. Insbesondere haben Pythons in keinster Weise das Bedürfnis, sich der Länge nach auszustrecken. Diese Vorstellung entspricht einer typischen Vermenschlichung mit der Übertragung unserer Bedürfnisse auf diejenigen unserer Tiere. Bezüglich Haltungsansprüchen empfehle ich Dir sehr die Lektüre der Stellungnahme von Dr. Guido Westhoff, Biologe an der Universität Bonn. Er beschäftigt sich beruflich und privat seit über 30 Jahren mit der naturnahen Haltung von Schlangen und ist inzwischen Kurator des Tropen-Aquariums Hagenbeck in Hamburg.

      Chondros sind Lauerjäger und allgemein wenig bewegungsaktiv. Insbesondere meine Weibchen verlassen ihren Liegeplatz während Wochen überhaupt nicht und falls doch, dann wechseln sie kurz auf einen anderen Ast, wo sie dann wieder verweilen. Männchen machen immer wieder Phasen durch, in denen sie im Terrarium umherwandern, wohl auf der Suche nach einer geeigneten Partnerin, sicher nicht nach einem Ausgang. Ich kann die Terrarien problemlos offen lassen ohne dass sie je geringste Anstalten machten, diese zu verlassen. Wenn Deine Tiere wie von Dir beschrieben die Terrarien absuchen (und sie nicht gerade umgesetzt wurden), stellt sich für mich als erstes die Frage, ob Du nicht allenfalls zwei Männchen haben könntest. Dann würden die nicht stattfindenden Paarungen auch nicht überraschen.

      Chondros werden immer wieder paarweise oder sogar in Gruppen gehalten, und dies kann auch über längere Zeit gut gehen. Trotzdem kann es längerfristig irgendwann zu Beissereien mit ernsthaften Verletzungen kommen.
      Wie alt und wie schwer sind Deine Tiere? Wenn die angegebene Grösse stimmt und nicht viel über 120 cm liegt, könnten sie noch nicht ganz adult sein und ich frage mich, ob das "Weibchen" überhaupt alt und schwer genug für eine Follikelbildung ist. Ein weiteres Argument gegen eine paarweise Haltung ist (falls es sich nicht um zwei Männchen handeln sollte, die natürlich unbedingt getrennt werden müssten) Dein Desinteresse bezüglich Zucht. Das gesundheitliche Risiko einer Verpaarung/Trächtigkeit ist sowohl für Männchen wie Weibchen nicht zu unterschätzen. Ein solches ohne Zuchtabsicht einzugehen, ist schlicht fahrlässig.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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