Welche Schlangenart

    • Hallo Alex

      Das klingt ja recht ungemütlich. Wird die Bisswirkung auf eine direkte Giftwirkung oder eine Superinfektion mit Bakterien zurückgeführt?
      Handelt es sich um ein Tier aus Deinem Bestand? Da Du Dir unsicher bezüglich der Art bist, wohl eher nicht.

      Eine sichere Bestimmung ist aufgrund des Bildes (zumindest für mich) nicht ganz einfach. Das schwarze Augenband ist wohl typisch für die von Dir vermutete Spitzkopfnatter (Gonyosoma oxycephalum). Der Schwanz ist auf dem Bild leider nicht sichtbar ("Rotschwanznatter"). Auch Angaben zu Grösse (160-190, max. 240 cm) und Futtergewohnheiten (kleine Nager und Vögel) wären hilfreich.

      ad Grasnattern: In Terrarien werden eigentlich nur die Raue Grasnatter (Opheodrys aestivus) und weniger auch die Glatte Grasnatter (O. vernalis) gehalten. Sie bleiben deutlich kleiner mit 60-80, max. 120 cm (O. aestivus) resp. 35-50 max. 66 cm (O. vernalis) und ernähren sich von Arthropoden.

      In der Schweiz gelten gemäss Anhang zur Wildtierverordnung seit Anfang 2015 so ziemlich alle bisher als ungiftig angesehenen Colubriden als "ungefährliche Giftschlangen" (welch hirnrissge Nomenklatur!). Phantasievoll ist dabei die Argumentation für die Neudefinition einer "Giftschlange". Es braucht jetzt lediglich Zähne, die durch Verletzung der Hautoberfläche eine Eintrittsquelle herstellen können sowie irgendwelche Giftstoffe im Speichel. Giftzähne resp. -drüsen sind nicht nötig! Da sich im Speichel praktisch immer irgend ein zumindest theoretisch gewebeschädigendes Enzym nachweisen lässt (übrigens auch beim Menschen), gibt es nach dieser Erkenntnis plötzlich sehr viel mehr "Giftschlangen". Vgl. dazu auch die Stellungnahme der DGHT Landesgruppe Schweiz.
      Die Präsentation des Gesetzesentwurfes löste bei den Terrarianern entsprechend grosse Aufregung aus und es wurde dahinter ein Versuch zur Einschränkung der Schlangenhaltung mit Ausdehnung der Bewilligungspflicht für Gifttiere vermutet. Inzwischen ist es diesbezüglich aber sehr ruhig geworden. Ein Mittel zur Imageverbesserung von Schlangen in der Bevölkerung ist es trotzdem nicht gerade. Man stelle sich vor, den Kinderlein wird im Biologieunterricht eine Kornnatter gezeigt und die Eltern erfahren, dass es sich um eine "Giftschlange" handelte. =O

      Aber vielleicht sind die Tiere ja doch gefährlicher, als wir bisher glaubten?
      Ich wünsche Dir jedenfalls weiterhin gute Besserung.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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    • Das würde natürlich eher passen und insbesondere die starke Armschwellung erklären.

      Wenn dies wirklich zutrifft wäre es schon sehr bedenklich, dass ein Tierheim eine gefährliche Giftschlange (für die es sogar in der noch relativ liberalen Schweiz eine Haltungsbewilligung braucht) unter falscher Artbezeichnung abgibt.
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

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