Sorong x Sorong

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo zusammen,

      mein Projekt ist mit dem heutigen Tage nun endgültig vorbei. Beginnend mit den anfänglichen Inkubationsschwierigkeiten, dürfte es offensichtlich auch an der Befruchtung gescheitert sein. Dass ich beim Trennen der Eier bzw. beim Durchleuchten nichts erkennen konnte, dürfte offensichtlich nicht nur an meiner Unerfahrenheit gelegen haben.

      Nachdem die Eier weiter eingefallen sind und geschimmelt sind, habe ich sie heute entsorgt. Zuvor habe ich sie noch geöffnet und alle waren richtig hart und wie Wachseier...

      Kann das wirklich sein, dass das komplette Gelege unbefruchtet war?

      Alles in allem eine harte und traurige Erfahrung, aber ich werde mich bemühen die richtigen Lehren daraus zu ziehen.

      Lg,
      Andi
    • Hallo Andi

      Bei Erstgelegen wird immer wieder über eine erhöhte Rate von unbefruchteten Eiern berichtet und auch gänzlich unbefruchtete Gelege sind durchaus möglich.
      Vertrocknete Eier sind allerdings auch hart, wenn sie befruchtet waren. Das entscheidende Kriterium ist die fehlende Keimscheibe/Gefässbildung.

      Wenn das Gelege unbefruchtet war, musst Du Dir zumindest keine Vorwürfe machen, kannst die kritischen Punkte fürs nächste Mal ausmerzen und dann kann es eigentlich nur besser werden. :thumbsup:

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von swisschondro ()

    • Hallo Andi

      Wenn ich richtig gerechnet habe, hast Du sie vor ca. 7 Wochen vom Gelege entfernt. Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass ein Weibchen ausserhalb einer Trächtigkeit so lange nicht frisst. Im Gegensatz zu den Männchen konnte ich selbst bei meinen 4 Weibchen über die letzten 10 Jahre noch nie beobachten, dass sich eines am Boden zusammenrollte, obwohl dies in der Literatur schon auch beschrieben wird,

      Hast Du gegenüber der Zeit vor der Verpaarung an den Haltungsparametern resp. am Terrarium irgend etwas verändert?

      Im Zweifelsfall würde ich wie bereits weiter oben erwähnt in dieser Situation unbedingt nach retinierten Eiern suchen, am Besten mittels einer Ultraschalluntersuchung, bei fehlender Verfügbarkeit geht dies alternativ auch mittels eines Röntgenbildes. Retinierte Eier können zu einer bakteriellen Infektion führen, die relativ Lange symptomarm oder sogar symptomlos verlaufen, aber plötzlich fatal enden kann. Auch würde ich eine Stuhlparasitologie durchführen, sobald Material verfügbar ist.

      Ich habe vor Jahren eine wunderschöne Brasilianische Regenbogenboa verloren. Bei der Abklärung einer längeren Fresspause ausserhalb einer Verpaarung fand ich im Ultraschall grosse unbefruchtete Eifollikel, die nach einiger Zeit wieder kleiner und teilweise resorbiert wurden. Das Weibchen begann wieder zu fressen, alles schien in Ordnung und ihr Verhalten absolut unauffällig, bis sie eines morgens, zwei Tage nach einer Fütterung, tot im Terrarium lag. In der Autopsie fand ich eine systemische Infektion mit schwerer Bauchfellentzündung und einer verkalkten Herzbeutelentzündung (die Verkalkung beweist, dass die Infektion schon seit längerer Zeit bestanden hatte), das Ganze ausgehend von einem vereiterten Eifollikel. Bei Reptilien ist es nicht ungewöhnlich, dass wir auch bei einer schweren Erkrankung sehr lange keine Symptome erkennen können.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Hallo Martin,
      Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Werde morgen eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen - ich hoffe nur dass es nicht schon zu spät ist. Sie liegt nun doch schon den dritten Tag am Boden und heute wirkt sie auch so richtig apathisch und bildet keine Spirale mehr..
      Verzweifelte Grüße,
      Andi
    • So, neues Update - Weibchen liegt mit Nierenversagen auf der Station und die Prognosen sehen überhaupt nicht gut aus. Kann das alles gar nicht glauben...
      Retinierte Eier waren im Ultraschall nicht sichtbar, Blutwerte sind aber extrem schlecht um sie dürfte sehr stark dehydriert sein. Eine richtige Diagnose gibt es nicht. Könnt ihr euch erklären was hier falsch gelaufen ist? Habe die Parameter im Terrarium nicht geändert. Wasser war wie immer vorhanden, gesprüht habe ich auch. Hätte ich hier etwas "besser" machen können?
    • Hallo Andi

      Danke für das Update. Das klingt wirklich gar nicht gut. Wenn die Haltungsparameter immer im grünen Bereich waren, hast Du kaum etwas falsch gamacht. Eine häufige Ursache für ein akutes Nierenversagen kann eine Infektion sein (verschiedenster Ursache inkl. auch einer Parasitose), trotz einem normalen Ultraschall kann eine solche nicht ausgeschlossen werden.
      Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob diese Erkrankung eine Komplikation der Verpaarung/Trächtigkeit/Eiablage darstellt, ob eine Erkrankung vorhanden ist, die gar nichts damit zu tun hat oder eine vorbestehende Erkrankung erst durch die Belastung mit der Trächtigkeit manifest wurde.
      Es zeigt letztlich wieder einmal auf, wie wenig wir noch über die Pathophysiologe von Reptilien wissen.

      Trotz der ernsten Situation hoffe ich, dass sich Dein Weibchen wieder erholen kann.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Hi Martin,

      Ich halte meine beiden Chondros zwar etwas "Trockener" - sprich keine permanenten 100% Luftfeuchtigkeit, aber nachdem sich beide Tiere immer problemlos und "in einem Stück" gehäutet haben, denke ich dass es soweit im,er gepasst hat.
      Nach der Trennung vom Gelege habe ich so weitergemacht. Hätte hier eventuell verstärkt sprühen können, aber ich sah einfach keine Notwendigkeit.
      Ich denke schon dass die Trächtigkeit der Auslöser war, aber in welcher Hinsicht wird eher schwer zu beantworten sein.
      Dass sie letzte Woche auch nochmal gekotet hat, ohne fast 5 Monate etwas zu fressen scheint mir auch etwas komisch. Eventuell hat sich da etwas in ihr "festgesetzt" und eine Infektion hervorgerufen, was zu diesem Nierenversagen führte.
      Werde morgen erfahren ob die intensiven Infusion irgendetwas bewirkt haben. Ich hoffe es zumindest..
      Schönen Sonntag noch!
    • Beowoulf schrieb:

      Ich halte meine beiden Chondros zwar etwas "Trockener" - sprich keine permanenten 100% Luftfeuchtigkeit
      Konstante 100% rel. LF wäre gar nicht gut, es reicht absolut, wenn die LF nicht unter 60% fällt und nach dem Sprühen (1-2x tgl.) für 2-3 Std. über 80% ansteigt und dann langsam wieder absinkt.

      Beowoulf schrieb:

      Dass sie letzte Woche auch nochmal gekotet hat, ohne fast 5 Monate etwas zu fressen scheint mir auch etwas komisch.
      Kot beseht zu einem grossen Teil aus gesunden Darmbakterien, die sich auch ohne Nahrungsaufnahme vermehren, weshalb es auch nach längerem Fasten zu Darmentleerungen kommt. Wenn der Kot in Farbe und Konsistenz normal war, lässt dies keine weiteren Rückschlüsse zu.

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0
    • Hi Martin,

      Also, nach knapp 10 Tagen stationärer Versorgung mit Infusionen und mehrfachen Bluanalysen habe ich sie heute wieder nach Hause geholt. Die Werte haben sich gebessert und sie bekommt jetzt noch ein paar Tage Ihre Medikamente von mir. Danach gibts wieder Kontrolle mit Ultraschall der Nieren und bluttest. Liegt leider immer noch am Boden und frisst nicht, aber ich hoffe das wird in den nächsten Tagen. Hat bis jetzt einen "Brei" bekommen und sieht zumindest wieder kräftiger aus.
      Als Grund für die ganze Misere vermuten sie eine "nicht ganz optimale" Haltung, die zur starken Dehydration geführt hat. Für mich etwas komisch, teilweise nachvollziehbar da die Meinungen zur Haltung immer auseinandergehen, aber gut.
      Hoffe jetzt einfach mal, dass sie sich noch weiter erholt und keine Dauermedikamentation notwendig wird. bin wieder zuversichtlicher und halte dich am laufenden.

      Lg,
      Andi
    • Das ist wirklich traurig zu hören, mein Beileid.

      Ein erhöhter Harnsäurewert resp. eine Gicht kann sowohl Folge wie Ursache einer Nierenerkrankung sein (Gichtniere) oder auch eine Nebenwirkung einer Behandlung mit bestimmten Antibiotika. Wir wissen sehr wenig über Pathogenese und Therapie einer Harnssäureerhöhung bei Reptilien, das Meiste wird aus der Humanmedizin abgeleitet, wo die Gicht sehr gut untersucht ist. Allein schon die Dosierung ist problematisch, die Dosisempfehlungen bei Reptilien schwanken zwischen 3 und 50 (!) mg/kg/d. Zum Vergeich: Beim Menschen werden 2-10 mg/kg/d eingesetzt (bei Kindern u.U bis 20 mg/kg/d). Da Allopurinol über die Nieren ausgeschieden wird, sollte die Dosis bei einer Niereninsuffizien allerdings reduziert werden. Weshalb gehst Du von einer Überdosierung aus?
      Ist eine Autopsie vorgesehen?

      Gruss
      Martin
      Morelia viridis "Sorong" 7.4.0

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von swisschondro ()