Beiträge von swisschondro

    Hallo Sören Herzliche Gratulation zu diesem grossen Gelege. Wie alt ist das Weibchen und wie viele Gelege hatte es schon? Eine Naturbrut wäre hier wohl problematisch, da das Tier Mühe zu haben scheint, den Eiballen ganz zu umschlingen. Ich hatte auch schon eine Verpaarung, bei der es erst nach 7 Monaten intensiver Paarungsaktivitäten zu einer Ovulation und dann zu einem erfolgreichen Gelege kam. Nach meinen Beobachtungen können Weibchen ca. alle 6-9 Monate Follikel bilden. Eines meiner Weibchen färbt sich zu diesem Zeitpunkt jeweils unabhängig von einer Verpaarung vorübergehend intensiv blau. Werden die Tiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt zusammen gesetzt, kann es halt einige Monate dauern, bis es zu einem Follikelwachstum kommt. Ich wünsche Dir eine erfolgreiche Brut und einen guten Schlupf. Gruss Martin
    Vor und nach der Fütterung wäge ich das Tier auf einer Goldwaage (auf 0.1g genau). Aufgrund der Differenz weiss ich dann genau, wieviel Futter wirklich aufgenommen wurde und kann die Entwicklung der Schlange gut dokumentieren. Ein Wägen des Pinkys ist zu ungenau, da beim Püriervorgang einiges verloren geht und auch bei der Futterapplikation etwas herauslaufen kann. [attach=12744][/attach] Ganz wichtig bei der Fütterung ist die richtige Positionierung der Schlange, um sie nicht zu verletzten. Den Kopf fixiere ich mit Daumen und Zeigefinger, den vorderen Teil des Körpers halte ich mit den Fingern 4 und 5 so, dass die Speiseröhre gut gestreckt wird. [attach=12745][/attach] In der richtigen Haltung lässt sich die Kanüle leicht und ohne Widerstand bis zum Anschlag einführen. Dann spritze ich den Mausbrei langsam in den Verdauungstrakt. Natürlich muss die Futtermenge der Grösse der Schlange angemessen sein. Ebenso langsam wird die Kanüle wieder entfernt und anschliessend die Nahrung vorsichtig in Richtung Magen massiert. Trotzdem lässt es sich nicht immer ganz vermeiden, dass eine kleine Menge aus dem Maul läuft. [attach=12746][/attach] Wurde alles richtig gemacht wirkt das Tier anschliessend kaum gestresst und sitzt mit einem vollen Bauch schnell wieder auf seinem Ast. [attach=12747][/attach] Ich hoffe, diese Anleitung sei gut verständlich und hilfreich. Genau so habe ich es bei diesem Tier während 33 Wochen gemacht und es frisst inzwischen sehr gut spontan und erfreut sich bester Gesundheit. Selbstverständlich kann ich keine Haftung übernehmen, falls beim Ausführen dieser Anleitung Probleme auftreten. Jegliche Fütterungsversuche ähnlicher Art erfolgen auf eigene Verantwortung. Gruss Martin
    Anschliessend entferne ich die Kanüle mit der Dichtung. Meist steckt etwas Haut in der Oeffnung, welche herausgenommen werden muss. [attach=12737][/attach] Nachdem der Stempel zurückgezogen wurde, fülle ich die Spritze wieder mit den jetzt pürierten Mäuseteilen, diesmal von der anderen Seite. Auf diese Weise ist die grösstmögliche Sauberkeit gewährleistet. [attach=12738][/attach] Jetzt setze ich die Kanüle (mit der Dichtung) wieder auf und verschliesse die Spritze. [attach=12740][/attach] [attach=12741][/attach] [attach=12742][/attach] Zuletzt muss noch der Stempel nach vorne bewegt werden, bis alle Luft draussen ist. Jetzt sind wir bereit für die eigentliche Nahrungszufuhr. [attach=12743][/attach]
    In einem nächsten Schritt öffne ich die Spritze so, dass die Lage des Glaszylinders nicht verändert wird. [attach=12735][/attach] [attach=12736][/attach]
    Wenn man jetzt versucht, den Inhalt herauszudrücken, ist der Widerstand und entsprechend der Kraftaufwand sehr hoch. Dadurch kann es zu unkontrollierten, ruckartigen Bewegungen kommen, wodurch die Schlange verletzt werden könnte. Deshalb "püriere" ich die Futtertiere, indem ich diese in einem ersten Durchgang durch die Spritze hindurch in einen Kunststoffbecher hineindrücke. [attach=12733][/attach] [attach=12734][/attach]
    Hallo Samael Bisher konnte ich keine detaillierte Anleitung zum Gebrauch einer Pinky Pump finden. Ich habe deshalb bereits vor einiger Zeit Bilder angefertigt um eine solche zu verfassen, bin aber noch nicht dazu gekommen. Eine Kurzfassung kann ich hier mal publizieren. Ich benutze das Modell der US-Firma Ideal Instruments, wie es. z.B. [url='http://www.ms-reptilien.de/zubehoer/instrumente/sonst.-instrumente/7061/pinky-pump?c=578']MS-Reptilien[/url] anbietet. Am meisten Zeit nehmen die Vorbereitung und nachher die Reinigung in Anspruch, das Füttern selbst geht mit etwas Uebung sehr rasch. Beim Zusammenbau der Spritze dürfen die Dichtungen (je eine an beiden Enden des Glaszylinders) nicht vergessen werden, sonst gibt es eine Sauerei. Es liegt eine kleine runde Metallplatte mit 4 Löchern bei, die in die Spritze hinein gelegt werden kann. Sie soll als Zerkleinerungsvorrichtung dienen. Nach meiner Erfahrung geht es besser ohne, da die Löcher durch die Haut leicht blockiert werden. Ich benutze sie deshalb nicht. Zuerst führe ich ein bis zwei (natürlich tote) Pinkies in die Spritze ein und verschraube diese. [attach=12728][/attach] [attach=12730][/attach] [attach=12731][/attach] [attach=12732][/attach]
    Hallo Ronny Ganz so klein ist ein Gelege ja i.d.R. nicht gerade, als dass man es in Deiner Box nicht sehen sollte. Wenn Du unsicher bist und das Tier nicht in der Box ist spricht sicher nichts dagegen, diese kurz mal heraus zu nehmen und nachzuschauen. Dann könntest Du auch gerade die Moosmenge reduzieren. Sicher solltest Du Dir schon sein, denn hätte sie wirklich abgelegt und das Gelege verlassen, müsstest Du es ja rasch in den Inkubator überführen. Dass sie jetzt dünner aussieht, ist schon merkwürdig. Bist Du sicher, dass dieser Eindruck nicht durch eine Veränderung der Proportionen durch ein Absacken der Eier in die Legeposition verursacht ist? Poste doch mal ein paar Bilder. Gruss Martin
    Hallo Micha Hübsches Kerlchen! Schön hat es mit dem zweiten Tier geklappt, wurde aber auch langsam Zeit :D . Ist offenbar nicht von Björn, da "noch nicht ganz 1 Jahr alt". Bist Du in der CH fündig geworden oder hat Du ihn importiert? Viel Spass mit dem Kleinen! Gruss Martin
    Es war nicht meine Absicht, hier eine Grundsatzdiskussion für oder gegen Rackhaltung loszutreten, ich möchte jetzt aber trotzdem auch noch meinen Senf dazugeben. Wie eine Haltung in Terrarien kann auch eine Rackhaltung besser oder schlechter umgesetzt werden. Grundsätzlich ist die Grösse des Racks ja nicht definiert und ein adäquater Unterschlupf sollte sicher auch in einem Rack vorhanden sein. Ein schlecht umgesetztes Beispiel als grundsätzliches Argument gegen die Rackhaltung anzuführen, scheint mir jetzt doch nicht sehr sinnvoll. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf das [url='http://www.swisschondro.ch/Westhoff%20Gutachten.pdf']Gutachten von Dr. Guido Westhoff[/url] zu dieser Problematik verweisen (pp 4-6). Dr. Westhoff ist Biologe an der Universität Bonn, der sich beruflich und privat seit über 32 Jahren mit der naturnahen Haltung von Schlangen beschäftigt und inzwischen auch als Kurator des Tropen-Aquariums Hagenbeck in Hamburg tätig ist. Für den [i]Python regius [/i]als Höhlenbewohner hät er "möglichst flache Gehege (je nach Größe 15-30 cm)" für "nicht nur ausreichend sondern artgerecht". Weiter sollte auch "die Grundfläche ... ebenfalls an die Größe der Tiere angepasst sein, wichtiger (sei) aber noch ein Häuschen oder eine feste Höhle in die sich das Tier mit festem Körperkontakt zurückziehen" könne. Eine etwas grössere Königspythonzucht ist ohne Rackhaltung kaum realistisch umsetzbar. Die Alternative dazu sind noch mehr Entnahmen von Wildtieren aus der Natur, die dann wirklich unter allerengsten, tierquälerischen Verhältnissen gehalten und transportiert werden. Und das wollen wir ja alle auch nicht! Gruss Martin
    Die meisten Schlüpflinge häuten sich nach 7-10 Tagen. Wenn sie den Dotter vollständig aufgenommen haben (sprich die Eischale war nach dem Schlupf ganz leer), haben sie den Bauch gut gefüllt, keinen Appetit und fressen i.d.R. auch nicht. In diesen Fällen ist die erste Fütterung erst nach der Häutung sinnvoll und würde vorher nur unnötigen Stress generieren. Deutlich untergewichtige Tiere (
    Einmal mehr haben Behördenwillkür und militante Tierschützer gesiegt: [url]www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/moenchengladbach-stadt-siegt-vor-gericht-gegen-schlangenzuechter-aid-1.5788944[/url] Dieser Entscheid könnte weitere schwerwiegende Folgen für die Reptilienhaltung in ganz Deutschland haben. Wir könne nur hoffen, dass wir nicht bald alle unsere Chondros in 2m hohen Terrarien halten müssen. Gruss Martin
    Das ist doch ein gutes Resultat. :thumbsup: Es wird zwar immer wieder von Schlupfraten um 100% berichtet (mein bestes Gelege hatte 86% resp. 12 von 14), aber grössere Verluste sind in der Chondrozucht auch bei vermeintlich optimalen Bedingungen nicht so selten und ich vermute häufiger als es den Eindruck erweckt, da wahrscheinlich ein wesentlicher Bias besteht, weil viel eher über die guten und weniger über die schlechten Resultate berichtet werden dürfte. Du musstest ja bei Deinem ersten Gelege auch schon eine unangenehme Erfahrung machen. Bei meinem letzten Gelege starben von 23 befruchteten Eiern 18 Tiere. 13 davon waren gut entwickelt, normalgewichtig, scheinbar gesund und aktiv, aber starben während oder innert 36 Stunden nach dem vollständigen Schlupf. Auch autoptisch konnte ich keine makroskopisch erfassbaren Missbildungen oder Erkrankungen finden. Wenn es ganz schlecht läuft, kommt es auch noch zum Verlust von Elterntieren (häufiger der Mutter, aber manchmal auch des Vaters). Auch das gehört zur Chondrozucht. Zum Absterben schlupfreifer Jungtiere habe ich [url='http://www.swisschondro.ch/page42.html']hier[/url] einmal eine kurze Zusammenfassung mit Literaturangaben verfasst. Gruss Martin
    Ich wäge immer die leeren Leitern und schreibe das Gewicht darauf. So können die Tiere einfach und stressarm herausgenommen, zusammen mit der Leiter gewogen, deren Gewicht subtrahiert und dann dokumentiert werden. Schlupfgewicht und Gewichtsverlauf sind essentiell zur Beurteilung der Prognose, ganz besonders wenn ein Tier gar nicht oder schlecht frisst. Gruss Martin
    Falls Du es nicht schon gemacht hast, würde ich jetzt die Temperatur um 0.5 -1.0°C absenken. Früher wurde allgemein empfohlen, 24h nach dem Anritzen des ersten Eies alle noch nicht geritzten manuell zu öffnen. In den letzten Jahren kommen immer mehr Züchter davon ab und sind aus verschiedenen Gründen gegen jegliche Schlupfhilfe. Wirklich handfeste Argumente dafür oder dagegen gibt es meines Erachtens nach kaum und schon gar keine wissenschaftliche Daten. Es ist somit mehr eine Frage der persönlichen Überzeugung. Gruss Martin